Die Gildemeister AG, Bielefeld, spürt noch immer die Folgen der Wirtschaftskrise: Zwar stieg der Auftragseingang im ersten Quartal um 28% auf 302,3 Mio. Euro und lag damit wieder über dem Vorjahresquartal (236,8 Mio. Euro). Umsatz und Ergebnis waren jedoch wie angekündigt stark rückläufig, wie der Hersteller von Werkzeugmaschinen und Solarenergiesystemen am Dienstag mitteilt.
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| Der Gildemeister-Vorstandsvorsitzende Dr. Rüdiger Kapitza konnte im ersten Quartal 2010 einen gestiegenen Auftragseingang vorweisen. Das Unternehmen rutschte jedoch in die roten Zahlen. Bild: MM-Archiv |
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Der Umsatz sank aufgrund des geringen Vorlaufs um 25% auf 244,4 Mio. Euro (Vorjahr: 327,7 Mio. Euro). Diese Entwicklung wirkte sich belastend auf die Ertragslage aus, wie Gildemeister berichtet: Das EBITDA war mit –4,3 Mio. Euro negativ (Vorjahr: 22,7 Mio. Euro), das EBIT betrug –11,1 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro). Das EBT belief sich auf –19,8 Mio. Euro (Vorjahr: 10,2 Mio. Euro). Der Konzern weist zum 31. März 2010 ein Ergebnis nach Steuern von –14,7 Mio. Euro aus (Vorjahr: 6,5 Mio. Euro).
Gildemeister für 2010 vorsichtig optimistisch
Gildemeister geht jedoch weiterhin mit vorsichtigem Optimismus in das Geschäftsjahr 2010. Das Unternehmen verzeichne ein zunehmendes Produktinteresse im Werkzeugmaschinengeschäft. Der Auftragseingang sei zu Jahresbeginn plangemäß gestiegen.
Die Allianz mit dem japanischen Werkzeugmaschinenhersteller Mori Seiki habe Gildemeister in allen Kernbereichen der Zusammenarbeit intensiviert. Das Segment „Energy Solutions“ haben die Bielefelder nach eigenen Angaben mit dem Einstieg in den zukunftsträchtigen Markt der Energiespeicherung erweitert
(wir berichteten).
Gildemeister erwartet verzögerte Belebung beim Umsatz
Im laufenden Geschäftsjahr plane man weiterhin einen Auftragseingang von rund 1,2 Mrd Euro; beim Umsatz will das Unternehmen über 1,2 Mrd Euro erzielen. Die Belebung beim Auftragseingang werde sich zeitverzögert positiv auf den Umsatz auswirken.
Bei den „Werkzeugmaschinen“ rechnet Gildemeister insgesamt mit einem schwierigen internationalen Marktumfeld. Bei den „Services“ gehe man von einer Markterholung aus. Für das Solargeschäft erwartet das Unternehmen eine positive Entwicklung. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung werden seit Jahresbeginn die „Energy Solutions“ als eigenes Segment geführt. Weitergehende detaillierte Aussagen seien für das laufende Geschäftsjahr noch nicht möglich.
Geringerer Auftragsvorlauf drückt Gildemeister-Umsatz
Der Umsatz erreichte im ersten Quartal 244,4 Mio. Euro und lag damit 83,3 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahres (327,7 Mio. Euro); er sank aufgrund des geringen Vorlaufs um 25%. Im Segment „Werkzeugmaschinen“ reduzierte sich der Umsatz um 81,4 Mio. Euro (–39%) auf 128,8 Mio. Euro. Bei den „Services“ ging der Umsatz um 10,4 Mio. Euro (–12%) auf 76,8 Mio. Euro zurück.
Das Segment „Energy Solutions“ erzielte ein Plus von 28% und stieg auf 38,7 Mio. Euro (Vorjahr: 30,2 Mio. Euro). Die Inlandsumsätze sanken um 41% auf 89,7 Mio. Euro, die Auslandsumsätze verringerten sich um 12% auf 154,7 Mio. Euro. Die Exportquote betrug 63% (Vorjahr: 54%).
Gildemeister holt wieder mehr Aufträge herein
Der Auftragseingang stieg im ersten Quartal um 28% auf 302,3 Mio. Euro und lag deutlich über dem vergleichbaren Vorjahresquartal (236,8 Mio. Euro). Das Werkzeugmaschinengeschäft nahm um 44% auf 188,7 Mio. Euro zu (Vorjahr: 131,4 Mio. Euro). Die „Services“ stiegen um 19% auf 88,9 Mio. Euro (Vorjahr: 74,6 Mio. Euro).
Die „Energy Solutions“ verbuchten einen Auftragseingang von 24,6 Mio. Euro (–20%). Aufgrund der gut gefüllten Orderbücher und der begrenzten Umsatzkapazitäten sei der Auftragseingang unter dem Vorjahreswert (30,7 Mio. Euro) verlaufen.
Sowohl im Inland als auch im Ausland habe der Auftragseingang zugenommen: Die Bestellungen aus dem Inland erhöhten sich laut Gildemeister um 29% auf 116,1 Mio. Euro (Vorjahr: 90,3 Mio. Euro). Die Aufträge aus dem Ausland stiegen um 27% auf 186,2 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 146,5 Mio. Euro). Der Auslandsanteil betrug 62% (Vorjahr: 62%).
Hausausstellung und Metav bringen Schub für Gildemeister
Der Auftragseingang verlief im ersten Quartal plangemäß, heißt es: Die Traditions-Hausausstellung in Pfronten und die Messe Metav in Düsseldorf fanden großes Interesse bei den Kunden. Auf zwölf Frühjahrsmessen und Ausstellungen habe Gildemeister ein zunehmendes Produktinteresse und einen zufriedenstellenden Auftragseingang im Werkzeugmaschinengeschäft verzeichnet.
Am 31. März 2010 betrug der Auftragsbestand im Konzern 644,5 Mio. Euro und lag damit erstmals wieder über dem Vorjahresniveau. Der geringe Umsatz wirkte sich jedoch belastend auf die Ertragslage aus.
Zu diesem Zeitpunkt waren 5411 Mitarbeiter, davon 217 Auszubildende, bei Gildemeister beschäftigt (31.12.2009: 5450). Im Vergleich zum Jahresende 2009 habe sich die Anzahl der Mitarbeiter um 39 reduziert.
Kurzarbeit bei Gildemeister vermeidet Entlassungen
Im Segment „Werkzeugmaschinen“ nutze das Unternehmen weiterhin die Kurzarbeit, um Kapazitätsüberhänge auszusteuern. Zum Ende des ersten Quartals arbeiteten 3339 Mitarbeiter (62%) bei den inländischen und 2072 Mitarbeiter (38%) bei den ausländischen Gesellschaften. Die Personalquote lag bei 32,0% (Vorjahresquartal: 27,5%); der Personalaufwand reduzierte sich um 14,9 Mio. Euro auf 78,1 Mio. Euro (Vorjahr: 93,0 Mio. Euro).
Gildemeister geht weiterhin mit vorsichtigem Optimismus in das Geschäftsjahr 2010. Das Unternehmen verzeichnet ein zunehmendes Produktinteresse im Werkzeugmaschinengeschäft. Ab der zweiten Jahreshälfte rechne man mit spürbaren Aufwärtstendenzen.
Besondere Impulse sollen die weltweiten Branchenhighlights geben: Die AMB in Deutschland, die Bimu in Italien sowie die IMTS in Amerika und die Jimtof in Japan würden richtungsweisend sein.
Geringerer Solar-Auftragseingang wegen knapper Kapazitäten erwartet
Im laufenden Geschäftsjahr plane man weiterhin, einen Auftragseingang von rund 1,2 Mrd. Euro zu erzielen. Im Werkzeugmaschinengeschäft will Gildemeister den Auftragseingang prozentual zweistellig steigern. Das Servicegeschäft soll ebenfalls zweistellig anziehen. Für das Solargeschäft werde aufgrund der gut gefüllten Orderbücher und begrenzten Umsatzkapazitäten der Auftragseingang unter dem Vorjahreswert liegen.
Auch beim Umsatz will Gildemeister die Marke von 1,2 Mrd. Euro übertreffen. Die Belebung beim Auftragseingang werde sich zeitverzögert positiv auf den Umsatz auswirken. Aufgrund des geringen Vorlaufs werde der Umsatz bei den „Werkzeugmaschinen“ geringer sein als im Vorjahr. Bei den „Services“ geht Gildemeister von einer Umsatzsteigerung aus. Im Solargeschäft erwarte man aufgrund des hohen Auftragsbestandes, den Umsatz verdoppeln zu können.
Situation bleibt für Gildemeister schwierig
Das Geschäftsjahr 2010 wird eine weitere Bewährungsprobe für Gildemeister sein, heißt es; dem Unternehmen stehe ein schweres Jahr bevor. Man habe schnell reagiert und die Anpassungen würden eine gute Ausgangsposition für die Zukunft schaffen.
Auch im Geschäftsjahr 2011 würden die Rahmenbedingungen herausfordernd bleiben; wie auch die Werkzeugmaschinenbranche rechne Gildemeister allerdings mit deutlichen Besserungstendenzen. Für den Verlauf von Auftragseingang und Umsatz sehe man im Geschäftsjahr 2011 eine deutliche Steigerung. Beim Ergebnis geht das Unternehmen ebenfalls von einer Erholung und einer deutlichen Verbesserung aus. Das Unternehmen sieht sich für einen Aufschwung gut vorbereitet.
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